Fernsehen: Wird es "Megaaaaa" oder mies? Die DSDS-Prognose 2026

Mitunter schon abgeschrieben, kehrt "Deutschland sucht den Superstar" abermals zurück - mit einigen Neuerungen. Die Frage: Wie harmonieren zwei Spezialcharaktere wie Bushido und Bohlen in der Jury?

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Bei "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) saßen schon viele Promis am Jurypult - so viele, dass man sich fragte, wer eigentlich noch fehlt. Heino, Bill Kaulitz, Marianne Rosenberg, sogar kurz Thomas Gottschalk: Alle haben sie bewertet, gelobt, zerlegt. Nun liefert die selbsternannte "Mutter aller Castingshows" eine Antwort: Ein krawallerprobter Rapper, dessen Künstlername so viel wie "Weg des Kriegers" bedeutet, zieht in die Jury ein.

Am Samstag (4. April, 20.15 Uhr, RTL - und vorab auf RTL+) beginnt eine neue Staffel von DSDS und die augenfälligste Neuerung betrifft das Personal, das über die Nachwuchs-Sänger richten soll. Neben Dauer-Juror Dieter Bohlen, selbst für scharfkantige und oft streitbare Meinungsäußerungen bekannt, sitzt künftig Bushido, Star der deutschen Rap-Szene und ebenfalls nicht unbedingt für Zurückhaltung berühmt. Hinzu kommt Ballermann-Sängerin Isi Glück ("Ich find' dich obergeil in deinem Oberteil").

DSDS wagt damit nach einigen Auf und Abs in den vergangenen Jahrzehnten den nächsten Neustart - und zwar nicht nur bei der Jury-Besetzung. Das muss man dazu wissen.

Was ist neu?

Seit dem Start im Jahr 2002 ist "Deutschland sucht den Superstar" immer wieder umgebaut worden. Mal wurden die großen Live-Shows weniger, mal seifenoperartige Erzählungen rund um die Kandidaten geflochten. Mal lag der Fokus auf guten Stimmen, mal auf besonders schrägen Figuren, die von Dieter Bohlen abgekanzelt wurden. In diesem Jahr hat man den Eindruck, dass eine recht klare, nicht ausfransende Struktur vorgesehen ist. Kandidaten kommen, singen, werden bewertet. Eine Folge soll genau einen Casting-Tag abbilden - und am Ende der Staffel sind sogar drei Live-Shows aus Köln geplant.

Neu ist unter anderem ein etwas hochtrabend "Golden Room" betitelter Warteraum, in dem Kandidaten ausharren müssen, auch wenn sie beim ersten Vorsingen bereits überzeugten. Erst am Ende wird entschieden, wer aus dieser Gruppe wirklich weiterkommt. "Wir wollten nicht mehr so viele Leute weiterlassen, dass am Ende 120 im Recall stehen und niemand mehr den Überblick hat", erklärt Bohlen den neuen Purismus in einem RTL-Interview.

Neu ist zudem ein begleitendes Reality-Format (ab 21. April im Streaming bei RTL+). In der "DSDS Reality" soll das WG-Leben und Bühnen-Training der Kandidatinnen und Kandidaten begleitet werden.

Worauf muss man sich bei der Jury einstellen?

Die Idee, Bushido neben Dieter Bohlen zu platzieren, klingt ein wenig so, als würde man zwei Stiere zeitgleich in eine zu kleine Arena jagen. Beide stehen nicht im Verdacht, die eigene Wirkmacht zu unterschätzen. Bohlen findet DSDS-Kandidaten seit Jahrzehnten mal "Megaaaaa" oder mal - eher: sehr oft - fortjagenswürdig ("Das klang wirklich wie ein altes Raucherbein"). Kritik an seiner mitunter rüden Art perlte auch im Zeitgeist der Selfcare und Achtsamkeit stets an ihm ab. Ebenso, wenn ähnlich selbstbewusste Jurorinnen und Juroren neben ihm auftauchten. Alle sind heute Geschichte.

Entsprechend sind die Erwartungen. "Könnte mir gut vorstellen, dass das da auch zwischendurch mal kracht", sagt DSDS-Kandidaten-Legende Menderes Bağci der Deutschen Presse-Agentur. "Das sind ja zwei Alphatiere." Andererseits sei auch möglich, dass sie sich gut ergänzten.

Was sagen Beteiligte?

Umso überraschter ist man von den Eindrücken, die man aus den ersten Szenen gewinnt, die RTL bislang gezeigt hat. Der große Theaterdonner ist da nicht zu sehen.

Zwischen den beiden B-Männern - Bohlen und Bushido - sitzt Ballermann-Sängerin Isi Glück, ebenfalls neu im Team. Sie unterstreicht den ersten Eindruck im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Viele erwarten bei zwei so starken Persönlichkeiten wie Dieter und Bushido mehr Reibung", so die Entertainerin. "Aber es war eher das Gegenteil: sehr konzentriert, sehr fair und oft auch richtig lustig."

"Spannend" sei überdies gewesen, wie offen sich Bushido gezeigt habe. "Auch wenn Schlager nicht seine Welt ist, hat er sich wirklich darauf eingelassen. Wenn jemand geliefert hat, hat er das anerkannt – selbst wenn er gesagt hat: Das ist nicht meine Playlist." Sie habe sich auf ihrem Platz wohlgefühlt. Und sie betont: "Ich bin auch eine Alpha-Frau."

Gibt es wieder besonders auffällige Kandidaten?

Verraten wurde bereits, dass der Sänger Menowin Fröhlich die gefühlt 37. Chance auf die ganz große Bühnen-Karriere bekommt. 2010 stand der Musiker schon einmal im DSDS-Finale, unterlag dort aber überraschend dem damaligen Gewinner Mehrzad Marashi. Daneben machte Fröhlich vor allem Schlagzeilen abseits der Musik - obwohl ihm Experten ein großes Talent bescheinigen.

Diesmal kommt Fröhlich eigentlich nur als Begleitung seiner Tochter zum Casting, so heißt es. Bohlen bitte ihn dann aber, auch selbst vorzusingen.

Dass er nicht mehr der Jungspund von damals ist, ist dabei egal. Erneut gibt es bei DSDS keine Altersgrenze - die Kandidatinnen und Kandidaten sind in diesem Jahr zwischen 16 und 70 Jahre alt. Es habe wieder "mehrere Tausend Bewerbungen" gegeben, so RTL.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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