Fernsehen: ZDF-Doku fragt: Wohin steuert Papst Leo XIV.?
Seit knapp einem Jahr ist Papst Leo XIV. im Amt. Ist er Reformer oder Bewahrer? Mischt er in der Weltpolitik mit oder setzt er auf allgemeine Appelle? Eine ZDF-Doku an Ostern sucht nach Antworten.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Die Doku beginnt mit dem Alltagsgeschäft des Bischofs von Rom. Gemeindebesuch irgendwo in der riesigen Stadt: keine uralten Gemäuer, sondern eine moderne Kirche. Begeisterte Menschen, gezückte Smartphones. Jener Bischof von Rom, Papst Leo XIV., spricht über die Jugend, dass sie sich ein Zuhause wünscht, einen Ort für Gemeinschaft. Er schüttelt viele Hände.
Leo XIV. ist nicht nur Bischof von Rom. Er ist weltweit bekanntes Oberhaupt der katholischen Kirche, jedes Wort, jede Geste wird interpretiert - sowohl in kircheninternen Fragen als auch in Fragen der Weltpolitik.
Die Doku "Leo XIV. - Ein Papst sucht seinen Kurs", die das ZDF am Ostersonntag (5. April, 23.30 Uhr) zeigt, spürt nach: Wohin soll die Reise gehen mit Papst Leo?
Der Vorgänger ist der Ankerpunkt
Am 8. Mai vor knapp einem Jahr wählten die Kardinäle im Konklave Robert Francis Prevost, Augustinerpater mit peruanischer und US-amerikanischer Staatsbürgerschaft, zum Nachfolger des am Ostermontag (21. April) verstorbenen Papstes Franziskus. Überhaupt - sein Vorgänger spielt eine zentrale Rolle als Ankerpunkt in dem Film. ZDF-Kirchenkenner und Autor der Doku, Jürgen Erbacher, fragt: Was macht Leo anders als Franziskus, der als impulsiv galt, die römische Kurie harsch kritisierte? Wo sind Parallelen erkennbar?
Er glaube nicht, dass es eine Mehrheit der Kardinäle gegeben habe, die sich von Franziskus distanzieren wollte, sagt der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der als Kardinal selbst beim Konklave mitwählen durfte. Es gab aber die Erwartung: Bitte keine Kopie! "Das wäre eine Karikatur geworden." Und deswegen ergebe sich jetzt "ein Papst, der ruhiger an die Sache herangeht".
Er überlege sich, was er sagt, berichtet Pater Franz Klein, ein früherer enger Mitarbeiter Prevosts. Helena Jeppesen-Spuhler, Teilnehmerin der Weltsynode, stellt fest: Sie sehe noch keine programmatische Linie.
Ist er ein "Anti-Trump?"
Die Pole, zwischen denen sich der Papst bewegt, zeigt die Doku klar auf: Hier die, die sich Reformen wünschen in der Kirche, hinsichtlich der Rolle der Frauen, hinsichtlich der Ehelosigkeit von Priestern. Dort die Traditionalisten, die bestenfalls alles so lassen wollen, wie es ist. Oder die Zeit sogar noch dahin zurückdrehen wollen, als die Priester noch Messen mit dem Rücken zu den Gläubigen feierten und sich in prächtige Gewänder hüllten.
Und was ist mit den großen politischen und gesellschaftlichen Fragen? Bekämpfung der Armut, Schutz des Klimas - hier ist Leo ganz nahe bei seinem Vorgänger. Seine Friedensappelle sind deutlich. Aber eignet er sich deshalb wirklich zum "Anti-Trump"?
"Ein Papst sucht seinen Kurs" - so ist die Doku überschrieben. Die Bilder und Gesprächspartner begleiten diese Suche. Eine treffende Analyse liefert insbesondere der Theologie-Professor Benjamin Dahlke. Keine klare letzte Positionierung zu haben, bedeute für den Papst die Möglichkeit, mit allen Lagern reden zu können. Er müsse Brückenbauer sein. "Das hat natürlich einen gewissen Preis."
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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