Donald Trump feuert Pam Bondi: "The Don" riss der Geduldsfaden - das kostete die Justizministerin den Job

Im Donald Trumps Kabinett rollen weiter Köpfe - nun hat es Pam Bondi erwischt. Die Gründe, weshalb der US-Präsident seine Justizministerin absägte, obwohl diese bis zuletzt um ihren Job flehte, sind vielfältig.

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Schon wieder muss ein Kabinettsmitglied von Donald Trump gehen: Der US-Präsident setzt seine Justizministerin Pam Bondi ab. (Foto) Suche
Schon wieder muss ein Kabinettsmitglied von Donald Trump gehen: Der US-Präsident setzt seine Justizministerin Pam Bondi ab. Bild: picture alliance/dpa/AP | Bruce Newman
  • Donald Trump verliert die Geduld: Pam Bondi als Justizministerin gefeuert
  • Pam Bondi flehte bis zuletzt um ihren Job - wie geht es jetzt für sie weiter?
  • "Langsam, schwach, ineffektiv": Was kostete Pam Bondi den Posten im Trump-Kabinett?

Nächster Knall im Kabinett von Donald Trump: Für Justizministerin Pam Bondi ist die Zeit abgelaufen. Nach gut einem Jahr im Amt - Pam Bondi wurde um Februar 2025 zum United States Attorney General ernannt -muss die 60-Jährige ihren Posten räumen, das Justizministerium wird vorübergehend von Bondis Vize Todd Blanche geleitet, als möglicher dauerhafter Nachfolger wird EPA-Chef Lee Zeldin gehandelt, ein ehemaliger Kongressabgeordneter und treuer Trump-Unterstützer.

Donald Trump reißt der Geduldsfaden: US-Präsident feuert Justizministerin Pam Bondi

Der US-Präsident informierte die 60-Jährige kurz vor seiner Fernsehansprache zum Iran-Konflikt am Abend des 1. April 2026 über das Ende ihrer Amtszeit. Laut Berichten der"Daily Mail"kämpfte Bondi intern verbissen um ihren Posten und bat um mehr Zeit. Trump blieb jedoch hart. Die entlassene Ministerin saß noch während seiner Rede im Saal und flog am nächsten Morgen in ihren Heimatstaat Florida zurück. 

Auf seiner Plattform Truth Social würdigte Trump Bondi als "großartige amerikanische Patriotin und loyale Freundin", die einen "enormen Job" bei der Verbrechensbekämpfung geleistet habe. 

Wieso wurde Pam Bondi entlassen? Epstein-Skandal brach der Justizministerin das Genick

Der Skandal um den 2019 verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein dürfte Bondis Schicksal besiegelt haben. Die Freigabe zehntausender Ermittlungsdokumente – durch ein Kongressgesetz erzwungen – entwickelte sich zum Desaster für das Justizministerium. Es hagelte Kritik wegen Verzögerungen bei der Veröffentlichung, geschwärzter Passagen und mangelhaftem Schutz von Opfern. Bondi verstrickte sich zudem in Widersprüche bezüglich einer angeblichen Kundenliste des verurteilten Sexualstraftäters. Besonders heikel: In den freigegebenen FBI-Unterlagen tauchten unbelegte Anschuldigungen eines Opfers gegen Trump selbst auf. Das Weiße Haus bezeichnete diese Vorwürfe als "völlig haltlos" und "durch keinerlei glaubwürdige Beweise gestützt". Für den US-Präsidenten offenbar zu viel des Guten: Donald Trump verlor Berichten zufolge das Vertrauen in Bondi, nachdem ein Kongressausschuss sie mit Unterstützung beider Parteien vorgeladen hatte, um unter Eid zum Umgang mit den Akten auszusagen. Der Fall wurde für den Präsidenten zur dauerhaften Belastung.

Pam Bondi stolperte über gescheiterte Rachefeldzüge gegen politische Gegner

Trump hatte Pam Bondi mit einem klaren Auftrag ins Justizministerium geholt: Sie sollte das Ressort stärker politisch ausrichten und gegen seine Widersacher vorgehen. Demokraten kritisierten dies als juristischen Rachefeldzug. Tatsächlich leitete Bondi Verfahren gegen mehrere prominente Trump-Kritiker ein. Auf der Liste standen unter anderem Ex-Berater John Bolton, der frühere FBI-Chef James Comey und die New Yorker Staatsanwältin Letitia James, die Trumps Firmenimperium verklagt hatte. Doch die Anklagen scheiterten zuletzt. US-Politologe Scott Erb erklärte gegenüber "Bild", Trump sei wohl zum Schluss gekommen, "dass sie ihren Job einfach nicht erledigt hat". Der Präsident hielt Bondi seit Monaten für "langsam, schwach und ineffektiv". Ihm ging das Vorgehen gegen seine Feinde offensichtlich nicht schnell und nicht rigoros genug.

Pam Bondi unter Verdacht: Fiel die Ex-Justizministerin Donald Trump damit in den Rücken?

Einen weiteren Grund, der Pam Bondis Entlassung beschleunigt haben könnte, schildert "Raw Story": Donald Trump sei offenbar davon überzeugt, dass Bondi den demokratischen Kongressabgeordneten Eric Swalwell über geplante FBI-Veröffentlichungen informiert hat. Dabei geht es um Ermittlungsdokumente zu Swalwells früherer Beziehung zu Christine Fang.

Swalwell ist ein demokratischer Abgeordneter im US-Kongress und bewirbt sich derzeit um das Amt des Gouverneurs von Kalifornien. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker Trumps und tritt regelmäßig in Fernsehsendungen auf, um die rechtlichen Probleme und politischen Kontroversen des Präsidenten zu kommentieren.

Trump hat Swalwell wiederholt ins Visier genommen. Dabei versuchte der Präsident unter anderem, eine alte FBI-Geheimdienstakte über Swalwells Kontakt zu Christine Fang öffentlich zu machen. Die Frau steht im Verdacht, für den chinesischen Geheimdienst gearbeitet zu haben. Swalwell selbst wurde in diesem Zusammenhang jedoch nie eines Fehlverhaltens beschuldigt.

US-Demokraten frohlocken schon: Muss Pam Bondi trotz Entlassung vor dem Kongress aussagen?

Bereits im März hatte der Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses Bondi vorgeladen, um sie unter Eid zu ihrer Rolle bei der Veröffentlichung der Epstein-Akten zu befragen. Der Termin steht Mitte April an – doch gilt die Vorladung nach ihrer Entlassung noch? Der ranghöchste Demokrat im Ausschuss, Robert Garcia, stellte auf der Plattform X klar: Bondi und Trump würden sich irren, falls sie glaubten, die Entlassung befreie sie von der Aussagepflicht. "Wir freuen uns darauf, ihre Aussage unter Eid zu hören", schrieb er. Auch die republikanische Abgeordnete Nancy Mace, die die Vorladung unterstützt hatte, hält daran fest.

Allerdings könnte sich die Lage noch ändern: Ein Sprecher des republikanischen Ausschussvorsitzenden James Comer erklärte laut "The Hill", man werde die nächsten Schritte mit den Parteikollegen und dem Justizministerium besprechen.

Erst Kristi Noem, jetzt Pam Bondi: Donald Trump entrümpelt sein Kabinett

Bondis Entlassung markiert bereits den zweiten Kabinettsumbau in kurzer Zeit. Anfang März hatte Trump sich von Heimatschutzministerin Kristi Noem getrennt. In seiner ersten Amtszeit war häufiger Personalwechsel an der Tagesordnung – diesmal hatte er bewusst auf loyale Gefolgsleute gesetzt. Der Republikaner steht innenpolitisch massiv unter Druck. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsunternehmens SSRS im Auftrag von CNN zeigt: 64 Prozent der Amerikaner sind unzufrieden mit Trumps Amtsführung – ein Höchstwert in beiden Amtszeiten. Kritiker vermuten hinter den Entlassungen ein Ablenkungsmanöver, denn: Die Zwischenwahlen im November rücken näher, bei denen die knappe republikanische Mehrheit in beiden Kongresskammern auf dem Spiel steht. Der Wahlkampf hat faktisch bereits begonnen. Nach Bondis Rauswurf könnten laut US-Medien weitere Köpfe rollen – selbst Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard steht auf einer möglichen Abschussliste.

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