Terror-Drohung im ICE: Vermummter Messer-Mann (20) löst Explosionen aus - Staatsschutz ermittelt

Zwischenfall im ICE auf dem Weg nach Frankfurt: Ein vermummter Messer-Mann drohte mit einem Anschlag und löste mehrere Explosionen aus, bei denen es mehrere Verletzte gab. Ein Mitreisender griff ein, bis die Polizei den 20-Jährigen festnahm.

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Ein Mann hat laut Bundespolizei in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und mehrere Menschen leicht verletzt. (Foto) Suche
Ein Mann hat laut Bundespolizei in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und mehrere Menschen leicht verletzt. Bild: picture alliance/dpa | Roberto Pfeil
  • Mehrere Verletzte in ICE-Zug in Nordrhein-Westfalen nach Detonationen
  • Vermummter Messer-Mann (20) drohte mit Anschlag und ließ Böller explodieren
  • Polizei räumt ICE und nimmt maskierten Tatverdächtigen fest - Staatsschutz ermittelt

Mitten in der Oster-Reisewelle kam es am Abend des 2. April 2026 zu einem beunruhigenden Zwischenfall in einem ICE in Nordrhein-Westfalen. Ein 20-jähriger Mann sprach Drohungen aus und verursachte mehrere Explosionen im Zug auf der Fahrt nach Frankfurt. Die von dem vermummten Täter gezündeten pyrotechnischen Gegenstände enthielten nach Zeugenaussagen Kunststoffkugeln.

Terror-Drohungen im ICE nach Frankfurt: Vermummter 20-Jähriger verursacht Detonationen, mehrere Reisende verletzt

Bei dem Vorfall im ICE 19 am Bahnhof Siegburg erlitten zwölf Reisende leichte Verletzungen. Die Betroffenen klagten unter anderem über Knalltraumata. Eine Sprecherin der Bundespolizei berichtete zudem von oberflächlichen Hautverletzungen bei einigen Fahrgästen. Die übrigen Passagiere kamen mit dem Schrecken davon. "Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche Schüsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet", erklärte eine Bahn-Sprecherin. Erst die polizeilichen Untersuchungen ergaben, dass es sich um gezündete Böller handelte.

Geistesgegenwärtiger Fahrgast sperrt Angreifer auf Zugtoilette ein

Nach dem Zünden der Böller flüchtete der Tatverdächtige in eine Toilette des Zuges. Dort gelang es einem geistesgegenwärtigen Mitreisenden, den Mann einzuschließen und so bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte festzuhalten. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, dass der Täter maskiert gewesen sei. Als der ICE am Bahnhof Siegburg hielt, holte die Bundespolizei den 20-Jährigen aus dem Abteil. Er befindet sich nun im Gewahrsam der Siegburger Polizei. Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten ein Messer in seinem Rucksack. Die Bundespolizei bestätigte zudem, dass der Mann mit einem Anschlag gedroht hatte.

Schwer bewaffnete Polizisten räumen ICE nach Terror-Drohungen und Explosionen von Böllern

Die Sicherheitskräfte reagierten mit einem Großaufgebot auf die gemeldete Bedrohungslage. Beamte mit Maschinenpistolen rückten zum Bahnhof Siegburg an und räumten den Zug vollständig. Sowohl der ICE als auch der Bahnhof wurden evakuiert. Rund 150 Passagiere mussten den Fernzug verlassen. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Betroffenen auf dem Bahnsteig. Unter den Reisenden befanden sich zahlreiche Urlauber, die kurz vor Ostern mit ihrem Gepäck auf dem Gleis ausharren mussten. Der ICE 19 blieb zur vollständigen Untersuchung am Bahnsteig stehen. Die Ermittler durchsuchten den gesamten Zug vorsorglich nach weiteren verdächtigen Gegenständen.

Massive Verspätungen im Fernverkehr zwischen Köln und Frankfurt - mitten in der Osterreisewelle

Der Polizeieinsatz hatte erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr in der Region. Die Strecke zwischen Hennef (Sieg) und Troisdorf wurde vorübergehend komplett gesperrt. Regionalzüge und S-Bahnen der Kölner Linien konnten nicht fahren. Fernreisende zwischen Köln und Frankfurt mussten mit deutlichen Verzögerungen rechnen. Einige Züge fuhren zurück nach Frankfurt und nahmen den Umweg über das Rheintal, was zu Verspätungen von bis zu drei Stunden führte. Andere Verbindungen wurden umgeleitet mit Verzögerungen von etwa 90 Minuten. Kurz nach Mitternacht gab die Bahn Entwarnung: Die Sperrung wurde aufgehoben. Die Ermittlungen zu den Motiven des 20-Jährigen dauern an.

Anschlagsdrohung in ICE - Mann bleibt in Gewahrsam

Am Tag nach einer Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen bleibt der Tatverdächtige zunächst in Polizeigewahrsam. Die Kriminalpolizei ermittle weiter zu den Hintergründen, sagte ein Sprecher. Nach Angaben der Bundespolizei aus der Nacht hatte der Mann mit einem Anschlag gedroht. Bei seiner Durchsuchung fanden die Einsatzkräfte zwei Messer, eine Maske sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper. Die Hintergründe des Vorfalls sind laut Polizei weiter unklar. Ob der 20-Jährige vor einen Haftrichter kommt, soll sich demnach im Laufe des Tages entscheiden.

Staatsschutz ermittelt nach Anschlagsdrohung in ICE

Nach der Anschlagsdrohung in einem ICE in Nordrhein-Westfalen hat der Staatsschutz der Polizei Bonn die Ermittlungen übernommen. Weitere Auskünfte zu den möglichen Hintergründen der Tat gab eine Sprecherin der Polizei zunächst nicht. Die "Bild" berichtete, dass der Tatverdächtige den Behörden bereits vor der Tat bekannt gewesen sein soll. Die Polizeisprecherin machte dazu zunächst keine Angaben. Der 20-jährige Deutsche blieb am Tag nach der Tat zunächst in Polizeigewahrsam.

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/news.de/dpa/stg

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