Polizei-News Osnabrück, 02.04.26: Polizeiinspektion Osnabrück veröffentlicht die Polizeiliche Kriminalstatistik
Ein Raubüberfall wurde aktuell von der Polizei in Osnabrück gemeldet. Was ist zur Zeit bekannt?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Die Polizeiinspektion Osnabrück hat die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2025 vorgestellt. Mit 32.191 registrierten Straftaten bewegt sich die Kriminalität trotz eines leichten Anstiegs weiterhin auf dem Niveau des Vorjahres. Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren ist die Fallzahl sogar auf einem niedrigen Niveau. Gleichzeitig wurde mit 63,47 Prozent die höchste Aufklärungsquote im Zehnjahresvergleich erreicht. "Die Menschen in unserer Region leben in einer insgesamt sicheren Umgebung. Gleichzeitig sehen wir Entwicklungen, die uns besonders fordern", erklärt Inspektionsleiter Oliver Voges.
Die Rohheitsdelikte bewegen sich mit 5.420 Fällen weiterhin auf hohem Niveau. Während die Raubdelikte zurückgegangen sind, verzeichnet die Inspektion bei den Bedrohungen einen deutlichen Anstieg. Auch die Zahl der Messerangriffe ist auf 150 Fälle gestiegen. Ein Großteil dieser Taten steht im Zusammenhang mit Rohheitsdelikten, insbesondere Bedrohungen. Während es in vielen Fällen bei Drohungen bleibt, ist gleichzeitig eine Zunahme verletzter Personen festzustellen. In 28 Prozent der Messerangriffe wurde eine Person verletzt, rund zwei Drittel der Fälle verliefen glimpflich. Diese Entwicklung weist auf eine steigende Eskalationsdynamik in Konfliktsituationen hin.
Im Bereich der häuslichen Gewalt, bestehend aus Partnerschaftsgewalt und familiärer Gewalt, zeigt sich die Entwicklung besonders deutlich: Mit 1.742 Fällen erreicht die häusliche Gewalt einen Höchststand. Auch die Zahl der Opfer ist erneut gestiegen. Rund 75 Prozent der Tatverdächtigen sind männlich. Nach wie vor finden viele Taten im Verborgenen statt. Damit bleibt der Phänomenbereich eine der größten Herausforderungen, auch für die Polizei. Um den Kampf gegen häusliche Gewalt weiter zu forcieren, wurde in Niedersachsen die geschützte App des Vereins Gewaltfrei in die Zukunft e. V. als getarnte Anwendung landesweit eingeführt. Sie dient als Brücke ins Hilfesystem und wird nicht frei über App-Stores, sondern ausschließlich über geschützte Verteilwege bereitgestellt, um die Sicherheit der Betroffenen zu gewährleisten.
Die Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte bleibt weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich 313 Fälle registriert. Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang im Jahr 2023 blieb die Zahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr konstant. Die Werte bewegen sich weiterhin im oberen Bereich des 10-Jahresvergleichs und verdeutlichen die anhaltende Belastung für Einsatzkräfte. Im Gegensatz dazu ist bei der Gewalt gegen Rettungskräfte ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
Ein differenziertes Bild zeigt sich bei jungen Tatverdächtigen (bis 21 Jahre). Während die jungen Tatverdächtigen nach den Anstiegen der vergangenen Jahre rückläufig sind, beobachtet die Polizei insbesondere bei Kindern eine gegenläufige Entwicklung. Auffällig ist, dass sich diese Entwicklung über verschiedene Deliktsbereiche hinweg zeigt, darunter klassische Rohheitsdelikte wie auch digitale Straftaten, beispielweise im Zusammenhang mit der Verbreitung pornografischer Inhalte.
Neben einer professionellen Ermittlungsarbeit im Bereich der Strafverfolgung setzt die Polizei vor allem auf Präsenz und Prävention. Gemeinsam mit der Stadt Osnabrück werden Maßnahmen wie Alkohol- und Waffenverbotszonen sowie verstärkte Kontrollen umgesetzt. Auch die Videoüberwachung in der Innenstadt hat sich als wirksames Instrument erwiesen - sowohl zur Aufklärung als auch zur frühzeitigen Verhinderung von Straftaten.
Sie finden die Statistik als Download zu dieser Meldung.
Die Statistiken aus den Vorjahren finden sie zum Download unter:https://www.pd-os.polizei-nds.de/startseite/dienststellen/polizeiinspektion_osnabrueck/themen/statistiken-der-polizeiinspektion-osnabruck-114546.html
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung der Polizeiinspektion Osnabrück vom 02.04.2026 gegen 12:57 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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